augenblick & eigensinn

Samstag, 16. Juli 2016

Ausnahmezustand

Seit zwei Wochen befinde ich mich in eben diesem, denn nachdem ich jetzt ein halbes Jahr so vor mich hin entworfen, gezeichnet, digitalisiert habe und mich vor zwei Monaten zu einem Mietregal in Lübeck durchringen konnte, um mal einen Testballon steigen zu lassen, habe ich vor zwei Wochen die Möglichkeit bekommen, dieses Wochenende als Austeller bei einem kleinen, aber sehr feinen und mit viel Liebe gemachten Historischen Markt teilzunehmen.

Ich werde also in Reinfeld beim

X. Historischen Markt

des Rollenspielvereins Farmion teilnehmen, der auch dieses Jahr wieder Kunsthandwerker aus der Region eingeladen hat, sich am Markttreiben zu beteiligen.

Also gab es nichts anderes mehr als Marktvorbereitung in meinem Leben -ähem ;) ...

...zumindest wäre das so dann sehr entspannt gewesen - schade nur, dass der ganz normale Alltags-Wahnsinn so nebenbei noch weiter läuft, von dem man im Normalfall immer denkt, er sei ausreichend, um Tage und Wochen zu füllen.

Wer Lust hat, vorbei zu schauen, findet mich heute ab 12 Uhr und morgen ab 10 Uhr in der Pausenhalle der Matthias-Claudius-Schule in Reinfeld!

Und hier ein klitzeklitzekleiner Einblick, in das, was mich in den letzten 14 Tagen dann so umgetrieben hat (irgendwann habe ich dann nämlich keine Fotos mehr gemacht, aber das hole ich noch nach):

Strickspitze nach historischen Vorbildern

Ausmalmäppchen für entspannte Augenblicke
Mobiles zum Ausmalen, Verschenken... was immer Ihr wollt :)

Freitag, 22. April 2016

Mit der Hand geschrieben

"Handlettering" heißt das jetzt... Im Moment scheinen im Netz all die Dinge "in" zu werden, die mich schon als Jugendliche interessiert haben - das Schreiben mit der Hand beispielsweise.
Ich finde es gut, dass Handgemachtes verdientermaßen gerade wieder so hoch im Kurs steht. Ich liebe handgemachte Dinge - vor allen Dingen dann, wenn man ihnen die handwerklichen Fähigkeiten ihres Schöpfers ansehen kann. Hätte ich damals die Möglichkeiten gehabt, die ich heute habe, was hätte ich alles anstellen können (so im jugendlichen Tatendrang und ungebremst durch alles, was einem im Alltag so hinderlich sein kann...) Hach, nostalgische Stimmung...

Aber Scherz beiseite, der Nachbarjunge hatte Konfirmation, so etwas ist ja immer ein willkommener Anlass, um eine persönliche Karte zu gestalten.

Nicht zu verspielt sollte sie sein, dem Anlass angemessen und deutlich "handgemacht".
Also habe ich mich in mein Behelfs-Atelier verkrümelt und das Chaos dort auf mich wirken lassen - ich müsste mal wieder aufräumen. Aber in den letzten Wochen war mir nicht so...


Die Idee war auch ruck-zuck gefunden: Kratztechnik meets Handlettering!
Mit Ölkreiden habe ich einfach eine dicke Lage Farbe aufs Papier gekritzelt, dann Acrylfarbe mit einem Shampoo-Rest (nicht lachen, Spüli oder andere flüssige Seife geht auch) gemischt und gleichmäßig und dick darüber verteilt.


Während die Farbe trocknen musste, habe ich dann einen schnellen, schlichten Entwurf gezeichnet: "Zur Konfirmation" und das Datum in Form eines Fisches. Durch festes Aufdrücken ließ sich der Entwurf ganz einfach durch das Blatt hindurch in die weiche getrocknete Acrylfarbe eindrücken. Von der Seite und im rechten Licht besehen konnte man das ganz gut erkennen.


Die Acrylfarbe habe ich dann vorsichtig mit einem alten spitzen Dosenpieker abgekratzt und die darunter liegende Wachsschicht freigelegt. Erst ganz vorsichtig, dann habe ich jeden Buchstaben noch mal nachgearbeitet.


In eine Klappkarte habe ich ein Passepartout in Fischform geschnitten, mein Kunstwerk dahinter geklebt und noch einen Kartentext gestaltet. Fertig!



Inspiriert?

Donnerstag, 31. März 2016

Ein klitzekleiner Blick...

ins ArtJournal...




Während der "junge Mann" im Papa-Urlaub in meinem Behelfs-Atelier Geschenkpapier für das Geburtstagsgeschenk seiner kleinen Schwester gestempelt hat, hatte ich nach einer gefühlten Ewigkeit ein wenig Muße für eine schnelle ArtJournal-Seite.

Beim vorletzten... oder vor-vorletzten... oder noch weiter zurückliegenden DIY, was es irgendwann hier auf den Blog schaffen soll (zumindest habe ich fleißig Fotos gemacht), hatte ich eine Pinsel-Ladung grünlich-grauer Kreidefarbe übrig. Wer mich kennt, weiß, dass ich Farbe schlecht einfach unsinnig entsorgen kann (was im übrigen auch nicht gut für die Entwässerungsrohre ist), sondern sie lieber schon mal irgendwo vorsorglich "wegbrauche". Bei kleinen Mengen landen die Reste auf einer leeren ArtJournal-Seite oder ergänzen eine schon angefangene, größere Mengen werden gleich auf Leinwänden als erste Schicht weiterverarbeitet. So ergeben sich im Laufe der Zeit oft ganz interessante Zusammenstellungen, die sonst so vielleicht nie zueinander gefunden hätten.

Diese Kreide-Seite lag noch auf meinem Arbeitstisch zum Trocknen, wo ich sie irgendwann liegen gelassen hatte. Also habe ich kurzerhand mit dem Sharpie, einem weißen Lackmaler aus den USA, darauf herumgedoodelt, während ich den fleißigen Stempler zu neuen Farbkreationen ermutigt habe.
Da der Lackstift relativ dick ist, war die Seite entsprechend schnell gefüllt. (Ich gebe zu, das Motiv ist etwas üppiger ausgefallen, als man das sonst von mir gewohnt ist, aber es war ja gar nicht sicher, wie lange so eine Geschenkpapier-Stempel-Aktion dauern würde...)



Nun, das Geschenkpapier war dann doch vor mir fertig, ich durfte es als Hintergrund fürs Foto nehmen.

Das könnte ruhig ein bisschen bunter sein, befand der junge Mann (der gerade sämtliche Farbregister seines Tuschkastens ausprobiert hatte...)



Also habe ich unter kritisch beobachtenden Blicken ganz zart mit meinen Neocolor (wasservermalbare Wachsmalkreiden) die Blüten coloriert (wohl wissend, was passieren würde, wenn man dann noch mal mit Wasser an die Sache heranginge).
Der Blick wurde immer kritischer, bis irgendwann ein vorwurfsvolles: "Ich hatte BUNT gesagt!" herausplatzte.

Jetzt kam das Wasser ins Spiel - ich bin jedes mal aufs neue begeistert, wie viel Farbe dann plötzlich wie durch Zauberhand auf dem Papier ist! Und das immerhin auf graugrünem Kreidefarben-Hintergrund! Der Sommer kann kommen!







Jetzt ist diese Seite übrigens bunt genug! :)

Montag, 28. März 2016

Frohe Ostern!


Hoffentlich hattet Ihr ein paar Sonnenstunden so wie wir - bei uns war es genau so lange freundlich, bis wir die Schäfchen, ähm, Eier im Trockenen auf dem Frühstückstisch hatten...
Die Männer hatten Blumen besorgt, da ich schon die ganze Woche über geschwächelt habe, und da die Wahl zwischen Tulpen und Osterglocken unentschieden ausging, haben sie kurzerhand beide mitgebracht. Das Zinktablett, welches Weihnachten schon als Adventsgesteck gedient hat, macht sich auch ganz super, um dieses Blütenmeer, verteilt auf viele kleine Vasen, aufzunehmen.


Die vorsorgliche Frage, ob denn Eierfarbe im Hause sei, habe ich im festen Glauben mit: "Ja, haben wir noch!" beantwortet.
Samstag Abend, der kleine Mann gerade im Bett, kam dann die Verzweiflung, als sich die Schachtel im Schrank als Leerkarton entpuppte. Oh nein! Ostern ohne bunte Eier! Also haben wir Google bemüht (ein dickes Lob an all die freundlichen Menschen da draußen, die ihre hilfreichen Tipps mit der Welt teilen), und alle Schränke nach potentiellen Farbstoffen durchsucht. Ein Farbrest vom letzten Jahr, Kümmel und Fliederbeersaft sind zusammen gekommen.
Die Kümmeleier waren nur als andersfarbig zu erkennen, wenn man sie direkt neben die ungefärbten Originale gelegt hat, die grünen Eier waren überzeugend, und die Fliederbeer-Eier? Die hatten eine traumhaft rötlich graue Vintage-Farbe angenommen, vom ursprünglichen Braun war nichts mehr zu sehen. Ich gebe zu, sie waren vom Farbton her nicht so ganz kindertauglich, aber hübsch war die Farbe trotzdem.
Der Eiersuche hat das auch keinen Abbruch getan, im Gegenteil: die Kümmeleier verschwanden optisch im braunen Herbstlaub, die grünen Eier waren perfekt in den schon grünen Margeriten getarnt und die Fliederbeer-Eier wirkten fast wie aus Stein gemeißelt... entsprechend lange hat die Suche gedauert.


Nachmittags habe ich mich dann aufgerafft und einen Kuchen gebacken, den ich mir schon vor einigen Tagen für Ostern ausgeguckt hatte. Bine von "was eigenes" hat auf Ihrem Blog einen Möhrenkuchen vorgestellt, der sooooo lecker aussah...
Essbares Ostergras hatte ich vergessen zu bestellen, aber kleine Marzipan-Möhrchen sind ja schnell geknetet, während der Kuchen so vor sich hin backt. Ich dachte mir, die tun es auch...
Und dann plumpste mir der Kuchen beim Umdrehen aus der Form und zerbrach. So ein Mist! Für schöne Kuchen engagiere ich immer am liebsten meine Jüngste, die entspannt beim Backen. Ich eher nicht...

Der Familienrat riet zum Zusammenkleben mit Schokoguss - und so ist es dann doch noch ein ganz passabler Kuchen geworden. Geschmacklich ist das Rezept top, da gibt es nichts zu meckern! Aufs Topping musste ich dann leider verzichten, die Männer hat das nicht gestört... (Solange Schoko drauf ist, kann das nur gut sein!)


Eigentlich hatte ich schon vor Ostern tausend Ideen, aber da ich nicht mal die Osterpäckchen für meine Kinder rechtzeitig auf die Reise bekommen habe, habe ich eine nach der anderen aufs nächste Jahr verschoben. Zum Glück gibt es Ostern ja jedes Jahr (und ich bin bis zum nächsten Osterfest hoffentlich wieder fit)!

Sonntag, 13. März 2016

Doodle-Eier


Wie Ihr wisst, doodle ich nicht nur gerne auf Papier (z.B. hier und hier), sondern auch gerne auf jedem Material, was nicht schnell genug das Weite gesucht hat (z.B. hier). Dieses Jahr lachten mich im Vorbeigehen beim Discounter diese bunten Kunststoff-Eier an. Mit dem Wunsch, endlich ein bisschen Farbe in den verregneten März zu bringen, durften sie dann auch mit nach Hause, landeten auf meinem Schreibtisch... und warteten. Im Februar habe ich sie mitgebracht, um sie Anfang März dann nach draußen zu hängen - Pustekuchen! Sie lagen bis gestern warm und trocken auf meinem Schreibtisch.


Also habe ich mir schnell den Sharpie geschnappt, den die liebe Freundin meiner Tochter für mich aus den USA mitgebracht hat (ich muss sagen, alle schwärmen zu Recht von diesen Stiften, denn anders, als alle anderen Exemplare weißer Lackstifte, die ich besitze, trocknet dieser bislang nicht aus, wenn man ihn mal eine Woche lang nicht benutzt hat!) - und habe angefangen, die Eier mit ganz einfachen Mustern zu verzieren. Das ging so schnell, dass das erste Ei fertig war, bevor ich daran gedacht hatte, ein Vorher-Nachher-Foto zu machen. (Kleiner Tip: Reibt die Eier vor dem Bemalen mit Fensterreiniger ab, damit Ihr keine fettigen Fingerabdrücke auf dem Kunststoff habt, dann hält die Farbe besser...)


 Wie Ihr sehen könnt, muss das Ergebnis gar nicht perfekt werden, wirklich komplizierte Muster lassen sich auf den glatten Eiern auch gar nicht so gut umsetzen. So geht das Ganze dann auch wirklich fix vonstatten und bei mir hängen die bunten Eier jetzt als kleiner bunter Farbklecks im Vorgarten.


Und im Gegensatz zu allen bunten Frühlingsblühern, die ich im Herbst extra eingebuddelt habe, sind diese Kunststoff-Eier resistent gegen Rehe und andere hungrige Nager, die sich Nacht für Nacht in unserem Vorgarten gütlich tun und jede Tulpe, jede Traubenhyazinthe, jedes Blausternchen und jedes Hornveilchen bis auf Stumpf und Stil abgenagt haben. Ich muss dringend Drahtkörbe für meine Stockrosen basteln, die ersten Blätter sehen auch schon reichlich ramponiert aus!